Landwirtschafts-Simulator 2017 Unser Test

Landwirtschafts-Simulator 2017 Unser Test

6.4

ganz gut

Alle Jahre wieder beschert uns Giants Software pünktlich zum Weihnachtsgeschäft eine neue Auflage des Farming Simulators. So auch dieses Jahr mit der Platinum Edition des Landwirtschafts Simulator 17. Erstmals können wir auf der neuen Karte des Addons auch in Südamerika unsere Rüben, Getreide, Sonnenblumen oder Mais anbauen, Holz fällen gehen, uns eine Schaf-, Schweine- oder Rinderzucht aufbauen und als neues Feature auch Zuckerrohr samt passenden Ernte- und Transportmaschinen hochziehen.

Zuckerrohr Ernte

Neu in der Platinum Edition: die Zuckerrohr-Ernte in Südamerika

Rund um die Welt

Und egal ob wir nun in Goldcrest Valley, einer im mittleren Westen der USA angesiedelten Karte, der bereits aus FS15 bekannten Karte Sosnovka in Russland oder der neuen Estancia Lapacho anfangen, wir starten stets mit einem kleinen Fuhrpark aus ein oder zwei Treckern, ein paar Anhängern, einem Mähdrescher und anderem Kleinkram, den man für das Bewirtschaften der Anfangsfelder braucht. Die Startgeräte sind dabei grade so ausreichend, aber oft unter-motorisiert und mit sehr kleinem Fassungsvermögen für die Ernte ausgestattet. Man kommt irgendwie damit zurecht, sehnt sich aber bald schon nach einem größeren Anhänger, einem PS-stärkeren Traktor und einem Mähdrescher mit einem Mähwerk, dass mehr als nur eine gefühlte Handbreit eines Feldes ernten kann. Damit hätten wir dann auch schon den Kern des Gameplay-Loops im Farming Sim entdeckt: Felder pflügen, grubbern, sähen und ernten um Geld zu verdienen für die nächst größere Maschine um damit schneller und effizienter arbeiten zu können. Im Grunde wie in einer klassischen Wirtschaftssimulation, etwa Planet Coaster. Dort müssen wir unseren Vergnügungspark mit immer schickeren Karussells füllen, um uns am Ende die Traum-Achterbahn leisten zu können, hier steht am Ende der Grind-Kette eben ein Case Quad-Track oder ein New Holland T7 Heavy Duty.

Riesiger Fuhrpark

Wer sich mit landwirtschaftlichen Geräten auskennt freut sich mit Sicherheit über die Vielzahl unterschiedlichster Fahrzeuge und offiziell lizensierter Marken. Ob nun Kuhn, Horsch, oder Valtra, die mir als Stadt-Mensch rein gar nichts sagen, bis hin zu großen Fendt, Case und Lamborghini Traktoren. Alle sehr detailliert nachgebaut und mit teils unterschiedlichen Funktionen versehen, die Auswahl ist riesig. Und wie in echt auch müssen wir für die Kartoffel-Ernte andere Maschinen anschaffen als für Getreide, was zumindest im mittleren Spielverlauf auch zu Spezialisierung in einen Bereich zwingt. Eines haben alle Fahrzeuge nämlich gemeinsam: sie werden immer teurer und haben oft nur genau einen Einsatzbereich (von Zugmaschinen und allgemeinen Traktoren abgesehen). Beim Kauf einer neuen Sähmaschine müssen wir durchaus darauf achten ob wir Weizen oder Mais anpflanzen wollen und ob wir dann auch die passenden Ernter dafür haben.

Ein Traum für Holzfäller: der Ponnse Scorpion King mit fast automatischem Arbeitsablauf

Während wir darauf warten, dass unsere Felder wachsen können wir uns auf den großen Karten auch anderweitig beschäftigen zum Geld verdienen. Der eigene kleine Hühnerstall wirft zwar kaum Geld ab, kostet uns dafür aber auch keinen Unterhalt. Was etwas schade ist: er ist einfach nur da, außer alle paar Minuten dort Eier einzusammeln können wir damit nicht interagieren, auch keine neuen Hühner kaufen oder gar eine richtige Hühnerzucht aufbauen. Lukrativer ist es in die Forstwirtschaft einzusteigen und irgendwo auf der Karte ein paar Bäume umzusägen und die Stämme ins Sägewerk zu transportieren. Wir brauchen dafür zwar einen Spezial-Transporter, der rentiert sich aber recht schnell und durchs Bäumefällen können wir oft Wartezeiten der Felder überbrücken. Alternativ lassen wir uns von anderen Bauern als Erntehelfern auf ihren Feldern anheuern und können so auch mal neues Equipment ausprobieren, da wir das für die Helfer-Missionen gestellt kriegen.

Faszination Landleben?

Wo also liegt jetzt die Faszination des Landwirtschafts Simulators? Hinter der Fassade einer simplen Wirtschaftssimulation versteckt sich ein Grind-Baum zu immer größeren Maschinen, gespickt mit den schnell langweiligen Aufgaben des Felder Pflügens, Sähen und Ernten. Mehrere Minuten lang im Schneckentempo gradeaus zu fahren, zu wenden und wieder zurück zu schleichen bis das Feld fertig bearbeitet ist, nur um dann die Maschine oder Anbauteile zu wechseln und das ganze von vorne zu beginnen ist wahrlich keine besonders spannende Beschäftigung. Andererseits gilt das auch für die hunderten Kilometer Autobahn, die man im Euro Truck Simulator 2 zurück legt. Auch die Viehzucht, wir können Rinder, Schweine und Schafe in vorbereiteten Gehegen halten, ist nicht sonderlich anspruchsvoll. Wir versorgen die Tiere mit selbst angebautem Futter und verkaufen ab und an überzählige Exemplare.

Gut das es noch keine Geruchsmodule am PC gibt, der Gülle-Duft wird bislang zum Glück nicht simuliert.

Was definitiv Abwechslung bringt ist die oft seltsam reagierende Physik des Spiels. Vorwärtssaltos über kleine Bodenunebenheiten sind keine Seltenheit, genauso wie wild durch die Gegend springende Maschinen, wenn man nicht ganz sauber ankuppelt oder Traktor und Anhänger durch etwas zu enge Kurven fährt. Von dem merkwürdigen Verhalten gefällter und zerteilter Bäume wollen wir hier gar nicht erst anfangen. Ebenso merkt man der Grafik-Engine des Spiels an, dass sie langsam in die Jahre kommt. Große Felder werden nicht komplett dargestellt, gewachsene Pflanzen poppen in 100 Metern Entfernung vor dem eigenen Trecker auf, auch der Weitsicht auf den großen und offenen Karten mangelt es an Details im Hintergrund. Dazu stoßen wir immer wieder auf sehr pixelige Texturen, auch an den ansonsten sehr gut und äußerst detailliert gestalteten Fahrzeugen.

Unsere Hacienda „Estancia Lapacho“ in voller Pracht. Wir dürfen uns sogar im halbwegs nett gestalten Inneren der Villa umsehen.

Fazit

Wem können wir also einen Kauf des Landwirtschafts Simulators 17 in der Platinum Edition empfehlen? Jedem, der sich abends nach einem anstrengenden Tag einfach nur ein bisschen entspannen will. Jedem, der Spaß an der Bedienung von großen und teils komplizierten Maschinen hat. Jedem, der nicht immer die realistischste Grafik mit maximalen Details in 4k spielen muss – oder einen zu schwachen Rechner dafür hat. Denn irgendwie macht das Ganze dann doch Spaß. Man hat immer irgendwas zu tun – die Aufgaben ähneln sich zwar sehr – aber letztlich gibt es doch genug Abwechslung das man jeden Tag ein bisschen was anderes machen kann. Mehr Freude macht das Bauernleben definitiv im Multiplayer mit Freunden, mit denen man dann gemeinsam über die Physik-Bugs lachen kann und sich Aufgaben teilt. Darüber hinaus hat Giants Software den mittlerweile zahlreichen Mitbewerbern noch etwas voraus: eine aktive und treue Modding-Community, die nicht nur neue Karten baut, sondern auch mit neuen Fahrzeugen und teils komplett neuen Funktionen das Spielerlebnis noch bereichern. Wir bewerten hier zwar die Version nur so, wie sie aus der Box kommt, aber erwähnen wollten wir das zum Abschluss dennoch.

Positiv

  • Abwechslungsreiche Aufgaben...
  • sehr viele und detaillierte Fahrzeuge
  • Trecker fahren!
  • nett animierte Tiere

Negativ

  • ... die sich aber doch oft gleichen
  • oft merkwürdige Physik
  • Grafik nett, aber mangelnde Details
  • Wirtschaftsteil sehr flach
6.4

ganz gut

Grafik - 5
Gameplay - 6
Sound - 7
Steuerung - 7
Spielspaß - 7
Meine ersten Richtige Spiele waren Dinge wie SimCity fürs Super NES oder Secret of Mana. Der PC wurde für mich erst später wichtig aber mittlerweile zocke ich hauptsächlich auf dem PC. Ein bestimmtes Genre habe ich nicht, alles was Spaß macht ist erlaubt. Mein momentanes Lieblingsspiel ist: Cities Skylines

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